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Praktische Prüfung

Häufige Fehler in der praktischen Prüfung: Diese Dinge solltest du vermeiden

Viele fallen in der praktischen Prüfung wegen vermeidbarer Fehler durch. Hier erfährst du, welche Fehler häufig passieren und wie du sie vermeidest.

Die praktische Prüfung macht vielen Fahrschülern Sorgen. Nicht nur, weil man nervös ist, sondern auch, weil viel Zeit, Geld und Druck dahinterstecken.

Die gute Nachricht: Viele Fehler in der praktischen Prüfung passieren nicht, weil jemand „gar nicht fahren kann“, sondern weil unter Stress kleine Dinge vergessen werden. Genau deshalb hilft es, die häufigsten Fehler vorher zu kennen.

Dazu habe ich auch ein YouTube-Video gemacht, in dem ich typische Durchfallgründe in der Praxisprüfung erkläre: Diese 10 Fehler killen deine Praxisprüfung!🚗

1. Die Geschwindigkeit falsch wählen

Viele denken bei Fehlern in der praktischen Prüfung sofort an „zu schnell fahren“. Klar, zu schnell zu fahren ist ein Problem. Aber viele Fahrschüler machen auch das Gegenteil: Sie fahren viel zu langsam.

Und nein: Du bestehst nicht automatisch, nur weil du überall extrem langsam fährst.

Wenn die Straße frei ist, das Wetter passt und nichts dagegen spricht, solltest du dich an der zulässigen Geschwindigkeit orientieren. Wenn 50 erlaubt sind, musst du nicht mit 32 durch die Gegend rollen, nur weil du auf Nummer sicher gehen willst.

Gleichzeitig gilt natürlich: Wenn es stark regnet, die Sicht schlecht ist, Kinder in der Nähe sind oder der Verkehr stockt, musst du deine Geschwindigkeit anpassen.

Es geht also nicht um „immer schnell“ oder „immer langsam“, sondern um eine bewusste und passende Geschwindigkeit.

2. Zu wenig Verkehrsbeobachtung

Einer der größten Fehler in der Fahrprüfung ist schlechte Verkehrsbeobachtung.

Du musst nicht nur fahren, sondern ständig wissen, was um dich herum passiert: vorne, hinten, neben dir und im toten Winkel.

Wichtig ist dabei auch, dass der Prüfer deine Beobachtung mitbekommt. Natürlich sollst du nicht übertrieben schauspielern, aber du solltest deutlich genug schauen. Also nicht nur ganz kurz mit den Augen in den Spiegel huschen, sondern den Kopf leicht mitbewegen.

Besonders wichtig sind:

  • Innenspiegel
  • Außenspiegel
  • Schulterblick
  • Blickführung nach vorne
  • Beobachtung von Fußgängern, Radfahrern und parkenden Autos

Beim Schulterblick geht es übrigens nicht darum, den Kopf komplett nach hinten zu drehen. Ein kurzer, klarer Seitenblick reicht, um den toten Winkel zu prüfen.

3. Vorrang beim Abbiegen vergessen

Beim Abbiegen passieren in der praktischen Prüfung sehr häufig Fehler. Der Grund: Du musst gleichzeitig auf mehrere Dinge achten.

Du musst schauen, ob Gegenverkehr kommt, ob Radfahrer unterwegs sind, ob Fußgänger die Straße überqueren wollen und ob du dich richtig einordnest.

Besonders oft wird der Vorrang von Fußgängern vergessen. Wenn du abbiegst und Fußgänger die Fahrbahn überqueren möchten, musst du auf sie besondere Rücksicht nehmen und wenn nötig warten. Das gilt auch ohne Zebrastreifen. Grundlage dafür ist § 9 Abs. 3 StVO.

Gerade unter Prüfungsstress rutschen solche Regeln schnell durch. Deshalb solltest du dir beim Abbiegen immer innerlich sagen:

Gegenverkehr, Fußgänger, Radfahrer.

Das hilft dir, nichts Wichtiges zu übersehen.

4. Spurwechsel ohne Schulterblick

Beim Spurwechsel wird der Schulterblick besonders oft vergessen.

Viele Fahrschüler machen beim Abbiegen irgendwann automatisch den Schulterblick. Beim Spurwechsel passiert es aber schnell, dass man nur in den Spiegel schaut und dann rüberzieht.

Das ist gefährlich, weil sich genau im toten Winkel ein Auto, Motorrad oder Radfahrer befinden kann.

Merke dir deshalb bei jedem Spurwechsel diese Reihenfolge:

Innenspiegel – Außenspiegel – Schulterblick – blinken – nochmal kontrollieren – wechseln.

Je nach Situation kann die Reihenfolge in der Praxis leicht angepasst werden, aber der Gedanke bleibt gleich: Erst sauber beobachten, dann handeln.

5. Verkehrszeichen übersehen

Unter Stress werden Verkehrszeichen schnell übersehen. Besonders ärgerlich ist das beim Stoppschild.

Beim Stoppschild reicht es nicht, langsam zu rollen. Du musst wirklich vollständig anhalten. Erst wenn das Auto steht, beobachtest du die Situation und fährst weiter, wenn es sicher ist.

Auch andere Zeichen können in der Prüfung kritisch werden, zum Beispiel:

  • verkehrsberuhigter Bereich
  • Einbahnstraße
  • Vorfahrt gewähren
  • Geschwindigkeitsbegrenzung
  • Durchfahrt verboten
  • Fußgängerüberweg

Prüfer wissen oft sehr genau, an welchen Stellen Fahrschüler gerne Zeichen übersehen. Deshalb: Nicht nur auf die Straße starren, sondern aktiv die Umgebung lesen.

6. Unaufmerksamkeit und fehlende Routinen

Viele Fehler passieren nicht, weil man die Regel nicht kennt, sondern weil man im falschen Moment nicht daran denkt.

Deshalb brauchst du Routinen.

Beispiel: Wenn der Prüfer sagt „links abbiegen“, sollte dein Kopf automatisch schalten:

Gegenverkehr? Fußgänger? Radfahrer? Richtige Spur? Blinker? Geschwindigkeit?

Oder wenn du einen Bus an einer Haltestelle siehst, sollte sofort ein inneres Warnsignal kommen. Bei Bussen mit eingeschaltetem Warnblinklicht gelten besondere Regeln: Nähert sich ein Bus mit Warnblinklicht einer Haltestelle, darf er nicht überholt werden; steht er mit Warnblinklicht an der Haltestelle, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit und ausreichend Abstand vorbeigefahren werden. Das ergibt sich aus § 20 StVO.

Solche kleinen „Trigger“ im Kopf helfen dir, in der Prüfung wach und aufmerksam zu bleiben.

7. Zu unsicheres Fahrverhalten

Vorsicht ist gut. Aber zu viel Unsicherheit kann in der praktischen Prüfung auch zum Problem werden.

Wenn du zum Beispiel Vorfahrt gewähren musst und eine klare, ausreichende Lücke kommt, solltest du auch fahren. Wenn du trotz sicherer Gelegenheit einfach stehen bleibst, wirkst du irgendwann unsicher und blockierst vielleicht sogar den Verkehr.

Das heißt nicht, dass du riskant fahren sollst. Auf keinen Fall.

Aber du solltest lernen, klare Situationen auch klar zu entscheiden. Der Prüfer möchte sehen, dass du nicht nur Regeln kennst, sondern im echten Verkehr selbstständig handeln kannst.

8. Nach einem Fehler innerlich hängen bleiben

Kleine Fehler passieren. Auch in der Prüfung.

Das Problem ist oft nicht der erste Fehler, sondern das, was danach passiert. Viele Fahrschüler denken dann die ganze Zeit:

„War das jetzt schlimm?“
„Bin ich jetzt durchgefallen?“
„Warum habe ich das gemacht?“

Und genau dadurch entstehen die nächsten Fehler.

Wenn dir etwas passiert, hake es so schnell wie möglich ab. Du kannst es in dem Moment sowieso nicht mehr ändern. Konzentriere dich direkt wieder auf die nächste Situation.

Ein einzelner kleiner Fehler bedeutet nicht automatisch, dass die Prüfung vorbei ist. Unkonzentriert weiterzufahren kann aber schnell zu mehreren neuen Fehlern führen.

9. Fehler bei der Gefahrenbremsung

Die Gefahrenbremsung gehört zu den möglichen Grundfahraufgaben in der praktischen Prüfung. Dabei geht es darum, das Fahrzeug auf Anweisung schnell und kontrolliert zum Stillstand zu bringen. Die Aufgabe wird in der Fahrschule geübt und kann in der Prüfung verlangt werden.

Viele denken dabei nur an das Bremsen selbst. In der Prüfung passieren Fehler aber auch danach: Beim erneuten Anfahren wird die Verkehrsbeobachtung vergessen oder es wird nicht richtig geblinkt.

Deshalb wichtig:

Nach der Gefahrenbremsung nicht einfach wieder losfahren. Erst sammeln, beobachten, blinken, absichern und dann weiterfahren.

Du hast bei Grundfahraufgaben zwar oft eine Wiederholungsmöglichkeit, aber wenn du nicht verstehst, was beim ersten Mal falsch war, machst du denselben Fehler schnell nochmal.

10. Schlechte Vorbereitung auf Fahrzeugtechnik

Der letzte Punkt wird oft unterschätzt: Du solltest dich mit deinem Fahrschulauto auskennen.

Dazu gehören nicht nur Kupplung, Bremse und Gas, sondern auch die Dinge, die in der Prüfung plötzlich wichtig werden können:

  • Lichter
  • Blinker
  • Warnblinkanlage
  • Scheibenwischer
  • Nebelschlussleuchte
  • Kontrollleuchten
  • Motorhaube
  • Flüssigkeitsstände
  • Reifen
  • Bremsen

Gerade die Fahrzeugtechnik kommt bei Fahrschülern oft zu kurz. Manchmal wurde es nur einmal schnell gezeigt, manchmal war man in dem Moment nicht richtig aufmerksam, und plötzlich steht man in der praktischen Prüfung da und weiß nicht mehr, wo etwas ist.

Wenn du merkst, dass du dich mit den Technikfragen oder Funktionen am Auto unsicher fühlst, sprich unbedingt deinen Fahrlehrer darauf an.

Zusätzlich kannst du dich gezielt mit meinem Technik Guide Basic oder Technik Guide Premium vorbereiten.

Der Technik Guide Basic ist ein kompakter Lernzettel für typische Technikfragen in der praktischen Prüfung. Der Technik Guide Premium geht noch weiter und erklärt dir die wichtigsten Dinge zusätzlich am Auto, damit du nicht nur auswendig lernst, sondern wirklich verstehst, was du zeigen und sagen sollst.

Hier geht es zum Technik Guide Basic
Hier geht es zum Technik Guide Premium

Fazit: Viele Prüfungsfehler sind vermeidbar

Die praktische Prüfung ist nicht leicht, aber viele typische Fehler kannst du vermeiden, wenn du sie vorher kennst.

Achte besonders auf passende Geschwindigkeit, saubere Verkehrsbeobachtung, Schulterblick, Verkehrszeichen, Fußgänger beim Abbiegen und deine Konzentration nach kleinen Fehlern.

Und ganz wichtig: Du musst nicht perfekt fahren. Du musst zeigen, dass du sicher, aufmerksam und verantwortungsvoll unterwegs bist.

Wenn du das schaffst, hast du schon eine sehr gute Grundlage, um deine praktische Prüfung zu bestehen.